Ein Karrieresystem, das Massstäbe setzt 

Der Schweizerische Baumeisterverband SBV investiert konsequent in die Qualifikation ihrer Fachkräfte – und schafft damit die Grundlage für eine wettbewerbsfähige, zukunftsorientierte Bauwirtschaft. Neue eidgenössische Abschlüsse, ein innovativer Berufsabschluss mit digitalem Fokus und praxisnahe Branchenzertifikate stärken das Karrieresystem des Bauhauptgewerbes nachhaltig – zum Nutzen von Unternehmen und Mitarbeitenden gleichermassen. 

Neue eidgenössische Abschlüsse: Praxisnah und arbeitsmarkttauglich 

Anfang 2025 wurden Bauvorarbeiter und Bauvorarbeiterinnen erstmals auf eidgenössischer Ebene geprüft. Im August folgte die erste Durchführung der revidierten eidgenössischen höheren Fachprüfung Baumeister, im Frühjahr 2026 steht die neue Bauführerprüfung auf der Agenda. Die neuen sowie revidierten Abschlüsse in der Höheren Berufsbildung zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug, den gezielten Einbezug der Betriebe im Kompetenzaufbau sowie moderne Prüfungsmethoden aus. Mitarbeitende sind bereits während der Ausbildung produktiv einsetzbar und wachsen schrittweise in ihre künftige Rolle hinein – ein klarer Mehrwert für Unternehmen. 

Die neuen und revidierten Abschlüsse tragen dazu bei, Abbruchquoten zu senken und die Betriebstreue zu steigern. Gleichzeitig ermöglichen sie es Unternehmen, sich als attraktive Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren. 

Curdin Pinggera, Präsident der Prüfungskommission Bauvorarbeiter/Baupoliere, betont: « Mit der Überarbeitung der Abschlüsse Bauvorarbeiter und Baupolier wurde die Ausbildung noch konsequenter auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet. Die vermittelten Kompetenzen orientieren sich stark an der betrieblichen Praxis und am Führungsalltag auf der Baustelle. So sind die Absolventinnen und Absolventen bestens vorbereitet, Verantwortung zu übernehmen und ihr Wissen direkt im beruflichen Umfeld einzusetzen. » Reto Moresi, Präsident der Prüfungskommission Bauführer/Baumeister, ist ebenfalls von den neuen Abschlüssen überzeugt: «Die neue Arbeitsmarktorientierung auf der Stufe Bauführer/Baumeister fördert gezielt jene Kompetenzen, die in der Praxis heute entscheidend sind. Neben der fachlichen und technischen Ausbildung werden auch Führungs- und unternehmerische Aspekte verstärkt berücksichtigt. Damit bieten die überarbeiteten Abschlüsse eine optimale Vorbereitung auf die anspruchsvolle Rolle im Bauprozess.» 

Neuer Berufsabschluss mit digitalem Fokus 

Aufbauend auf dem Masterplan «SBV-Berufsbildung 2030» liegt nach über drei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit ein ausgereiftes Konzept für einen neuen Berufsabschluss auf Stufe Höhere Berufsbildung vor. Der Fokus liegt dabei auf digitalen Kompetenzen sowie auf der Stärkung von Bauführung und Bauplanung – Bereichen, die angesichts zunehmender Regulierungen und wachsender Prozesskomplexität an Bedeutung gewinnen. Branchenvertreterinnen und Branchenvertreter haben das Qualifikationsprofil, die Prüfungsstruktur und die organisatorischen Grundlagen gemeinsam erarbeitet. 

Im Rahmen einer Branchenvernehmlassung erhalten Sektionen, Regionen und Fachverbände nochmals die Möglichkeit, zu den erarbeiteten Grundlagen Stellung zu nehmen. Dieser partizipative Ansatz stellt sicher, dass der neue Abschluss breit abgestützt ist und den Bedürfnissen der Unternehmen ebenso entspricht wie den Anforderungen der Berufsbildung. Mit dem Entscheid der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Baumeisterverbands am 27. Mai 2026 steht ein wegweisender Meilenstein bevor – der mögliche Start eines Berufsabschlusses, der die Bauwirtschaft langfristig stärkt und neue Perspektiven für Fachkräfte eröffnet. 

Modernisierte Sprengausbildung 

Am 1. Januar 2026 trat das neue Reglement für die Ausbildung und Prüfung zum Erwerb von Sprengberechtigungen in Kraft. In enger Zusammenarbeit mit dem Sprengverband Schweiz (SVS), der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Ausbildung von Sprengberechtigten (SAFAS) und in Abstimmung mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat der SBV seit 2022 massgeblich an dieser Reform mitgewirkt. Das überarbeitete Reglement ist schlanker, aktualisiert und kompetenzorientiert – und gilt einheitlich in allen drei Landessprachen. 

Branchenzertifikate zur weiteren Stärkung des lebenslangen Lernens  

Die Baubranche entwickelt sich stetig weiter – Baufachkräfte müssen sich daher auch in kürzeren Kompaktkursen kontinuierlich weiterbilden. Im Herbst 2025 führte der SBV Branchenzertifikate als neues, praxisnahes Weiterbildungsangebot ein. Die ersten beiden Zertifikate richten sich an Bauvorarbeiter und Bauvorarbeiterinnen sowie Baupoliere und Baupolierinnen, die ihren Abschluss bereits vor mehreren Jahren erlangt haben, und vermitteln aktuelle Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Arbeitssicherheit und Digitalisierung. Damit werden wertvolle Berufserfahrung und moderne Anforderungen gezielt verbunden. Die Zertifikate garantieren branchenweit einheitliche Standards und bieten sowohl Fachkräften einen anerkannten Kompetenznachweis als auch Unternehmen die Gewissheit, dass ihre Mitarbeitenden auf dem neuesten Stand arbeiten. Weitere Zertifikate sind bereits in Planung.