Wohnraum bleibt knapp – der SBV handelt
In der Schweiz werden seit Jahren zu wenig Wohnungen gebaut. Weil das Angebot an freiem Wohnraum nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann, steigen die Mieten. Diese Entwicklung ist gerade für Haushalte mit tiefen Einkommen fatal. Der Schweizerische Baumeisterverband SBV setzt sich mit grossem Engagement dafür ein, dass wieder genügend Wohnraum gebaut werden kann.
«Pro Kopf werden so wenig Wohnungen gebaut wie seit den 1950er-Jahren nicht mehr», titelte der Tages-Anzeiger im April 2025. Bereits im Jahr zuvor kam es vor, dass Menschen auf die Strasse gingen, um gegen die Verknappung des verfügbaren Wohnraums und die steigenden Mieten zu protestieren. Pro Jahr müssten in der Schweiz 50 000 neue Wohnungen realisiert werden. Netto entstehen aber lediglich 40 000 neue Wohnungen: Es werden ungefähr 45 000 Wohnungen neu errichtet, aber gleichzeitig werden einige tausend alte Wohnungen abgebrochen. Unter dem Strich entstehen also 10 000 Wohnungen zu wenig.
Eine Verbesserung ist nicht in Sicht. «Bereits jetzt ist absehbar, dass der Wohnungsbau in den nächsten zwei Jahren mit dem Wachstum der Haushalte nicht Schritt halten kann», schreibt das Bundesamt für Wohnungswesen. Die Länge der Baubewilligungsverfahren hat signifikant zugenommen. Das schreckt vor allem private Bauherren ab. Einsprachen blockieren Bauvorhaben manchmal jahrelang.
In der Wirtschaft gilt: Eine Verknappung des Angebots geht immer mit einer Preissteigerung einher. Das gilt auch für die Mieten. Gerade für Haushalte mit tiefen oder mittleren Einkommen ist die Situation kritisch. Das könnte zu sozialen Unruhen führen und letztlich das Erfolgsmodell Schweiz gefährden. Daher engagiert sich der Schweizerische Baumeisterverband SBV entschieden für eine Entspannung der Situation. Er hat dabei Forderungen an die Politik formuliert. Sie haben das Ziel, dass wieder mehr Wohnungen gebaut werden können.
Forderungen des SBV
- Eine deutliche Beschleunigung der Planungs- und Baubewilligungsverfahren.
- Abbau von bestehenden Überregulierungen.
- Verwesentlichung der Einsprachemöglichkeiten; nur noch für Direktbetroffene mit schützenswerten Eigeninteressen und Klärung der zulässigen Einsprachegründe.
- Beteiligung an den verursachten Mehrkosten bei missbräuchlichen Einsprachen und konsequente strafrechtliche Verfolgung bei Erpressungsversuchen.
- Eine pragmatische Direktanwendung von ISOS.
- Eine substanzielle Stärkung der Kantone und Gemeinden bei der Interessenabwägung zwischen ISOS und dem Wohnungsbau zugunsten der lokalen Bevölkerung.